STANDARD Galgo Español

ÜBERSETZUNG: Durch Dr. Paschoud neu formuliert.
URSPRUNG: Spanien.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL-STANDARDS:
26.05. 1982.
VERWENDUNG: Hetzhund für die Hasenjagd im Gelände, schnell verfolgend und auf Sicht jagend. Er ist früher auch zur Jagd auf andere Tiere wie Kaninchen, Füchse und sogar Wildschweine verwendet worden, jedoch war und grundsätzlich ist die Verwendung dieser Rasse die Hasenjagd im Gelände.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 10 Windhunde.
Sektion 3 Kurzhaarige Windhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Der Galgo Español war den Römern schon in der Antike bekannt; es ist aber anzunehmen, dass seine Verbreitung auf der Iberischen Halbinsel schon viel früher stattfand. Er stammt von den alten asiatischen Windhunden ab und hat sich an die spanischen Steppen- und Ebenen-Verhältnisse angepasst.

Er wurde während des 16., 17. und 18. Jahrhunderts in grosser Zahl in andere Länder wie Irland und England exportiert. Der Galgo Español ist einer der Vorfahren des Englischen Windhundes (Greyhound), der die gleichen spezifischen Rassenmerkmale wie der Galgo Español aufwies, die zuvor als Basis für die spätere Auslese und Anpassung dienten.

Man muss hinzufügen, dass unter den zahlreichen Zitaten klassischer Autoren das folgende des Erzpriesters von Hita den wichtigen und ursprünglichen Verwendungszweck der Rasse hervorhebt:

„Sobald der Hase losläuft, hetzt ihm die Galgo-Hündin nach“.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Windhund von erheblicher Grösse, mittlerem Format, leicht konvexem Profil, länglich in seiner Gestalt, mit lang gezogenem Schädel. Kompaktes Skelett, langer und schmaler Kopf, geräumiger Brustkorb, stark aufgezogener Bauch und sehr lange Rute. Hinterhand ausgeprägt senkrecht gestellt und bemuskelt. Feines, kurzes Haar oder halblanges Rauhhaar.

WICHTIGE PROPORTIONEN: Langgezogener Körper: Die Länge des Körpers ist etwas grösser als die Widerristhöhe. Wesentlich sind vor allem die Proportionen und die funktionelle Übereinstimmung, sowohl im Stand als auch in der Bewegung.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Ruhiges und gelegentlich zurückhaltendes Wesen. Bei der Jagd entwickelt er jedoch Tatkraft und Lebhaftigkeit.

KOPF: Dem Körper entsprechend ist der Kopf lang, knochig und trocken.

Das Verhältnis von Schädellänge zu Fang ist 5/6: Länge des Schädels 5,

Länge des Fangs 6. Die oberen Begrenzungslinien von Fang und Schädel streben auseinander. Von oben gesehen soll der Kopf ebenmässig und sehr lang sein, mit einem langen und schmalen Fang.

OBERKOPF:
Schädel: Schmal und von leicht konvexem Profil. Er ist länger als breit. Durch die Mitte der Schädeldecke verläuft eine in den ersten zwei Dritteln (vom Fang aus gesehen) sehr ausgeprägte Furche. Die Stirnhöcker und der Hinterhauptkamm sind bloss angedeutet.
Stop: Leicht, sehr wenig betont.

GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Klein, feucht; schwarz pigmentiert.
Fang: Lang, mit gegen den Stop zu leicht konvexem, schmalem Nasenrücken.
Lefzen: Sehr trocken. Die obere Lefze bedeckt knapp die untere. Die untere bildet keinen betonten Mundwinkel. Die Lefzen sind fein, straff und dunkel pigmentiert.
Kiefer / Zähne: Zähne stark, weiss und gesund. Scherengebiss. Die Eckzähne sind stark entwickelt. Alle Prämolaren sind vorhanden.
Augen: Klein, schrägstehend, mandelförmig; vorzugsweise dunkel, haselnussfarbig. Ruhiger, sanfter und zurückhaltender Ausdruck.
Augenlider: Feine Haut und dunkle Augenschleimhaut. Sehr eng am Augapfel anliegend.
Ohren: Breiter Ansatz, dreieckige Form, fleischig im ersten Drittel, bis zur abgerundeten Spitze dünner und feiner werdend. Hoch angesetzt. Bei Aufmerksamkeit sind die Ohren im ersten Drittel halb aufgerichtet mit gefalteten, seitwärts gerichteten Enden. Im Ruhezustand (entspannt) bilden sie ein am Kopf eng anliegendes Rosenohr. Zieht man sie nach vorne, reichen sie knapp bis zum Mundwinkel.
Gaumen: Dunkel mit sehr ausgeprägten, vorstehenden Schleimhautrillen.

HALS: Lang, oval, flach, schlank, stark und beweglich. Schmal beim Kopfansatz, bis zum Rumpfbeginn sich leicht verbreiternd. Die obere Linie ist leicht konkav. Die untere Linie ist fast geradlinig mit, in der Mitte, einer leichten Wölbung.

KÖRPER
Gesamtansicht: Rechteckig, stark und beweglich, Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer anzeigend. Der Rippenkorb ist stark entwickelt; stark aufgezogener Bauch.
Obere Profillinie: Leicht konkav verlaufende Rückenlinie, konvex verlaufende Lendenpartie. Ohne brüske Unterbrüche und ohne Abweichungen während der Bewegung, was einen Eindruck von grosser Elastizität vermittelt.
Widerrist: Einfach angedeutet.
Rücken: Gerade, lang und gut umrissen.
Lenden: Lang, kräftig, nicht sehr breit, mit einer gebogenen oberen Linie und kompakter Muskulatur, den Eindruck von Beweglichkeit und Kraft gebend. Die Höhe der Lende kann in ihrem Mittelteil die Höhe des Widerristes übertreffen.
Kruppe: Lang, kräftig und sehr schräg. Ihre Neigung zur Horizontalen beträgt mehr als 45°.
Brust: Mächtig, trotzdem nicht sehr breit; tief, ohne den Ellenbogen zu erreichen, und sehr lang in der Ausdehnung bis zur 13.Rippe. Spitze des Brustbeins ausgeprägt.
Rippen: Flache Rippen und weite Rippenzwischenräume. Die Rippen müssen gut sichtbar und ausgeprägt sein. Der Umfang des Rippenkorbes ist kaum grösser als die Widerristhöhe.
Untere Profillinie und Bauch: Der Bauch ist vom Ende des Brustbeins an stark aufgezogen. Kurze und trockene Weichen; gut entwickelte Flanken.

RUTE: Tief angesetzt und kräftig am Rutenansatz; sie fällt den Läufen entlang und liegt ihnen eng an. Sie verjüngt sich zunehmend bis zu einer sehr dünnen Spitze. Beweglich und sehr lang; sie reicht weit über das Sprunggelenk hinaus. Im Ruhezustand hat die Rute die Form einer Sichel mit einem stark ausgeprägten, seitlich weisenden Haken am Ende. Sie ist zwischen die Läufe geschoben und berührt mit dem Haken vor den Hintergliedmassen fast den Boden. Dies ist eine charakteristische Haltung die der Rasse einen besonderen typischen Eindruck verleihen.

GLIEDMASSEN:
VORDERHAND
Allgemeines: Läufe absolut senkrecht, fein, gerade und parallel; kurzer und dünner Vordermittelfuss; Hasenpfoten.
Schultern: Trocken, kurz und schräg. Das Schulterblatt soll deutlich kürzer sein als der Oberarm.
Oberarm: Lang, länger als das Schulterblatt, sehr muskulös, mit freiem Ellenbogen, obwohl dieser dem Körper eng anliegt.
Unterarm: Sehr lang, gerade und parallel; gut ausgeprägte Knochen; hervorstehende Sehnen. Karpalballen sehr ausgeprägt.
Vordermittelfuss: Leicht geneigt, fein und kurz.
Vorderpfoten: Hasenpfote. Eng aneinander liegende und gut gewölbte Zehen. Starke und lange kräftige Zehenglieder. Pfotenballen hart und gut entwickelt. Die Zwischenzehenhaut ist mässig ausgebildet; die Krallen sind gut ausgebildet.
Winkel: Winkel Schulterblatt zu Oberarm 110 Grad. Winkel Oberarm zu Unterarm 130 Grad.

HINTERHAND:
Allgemeines: Kräftig, gut abgezeichnete Knochen; lange, gut ausgebildete Muskulatur. Absolut senkrecht gestellt, mit korrekten Winkelungen. Gut ausgeprägte Sprunggelenke; kurzer Mittelfuss, senkrecht zur Erde. Hasenpfoten mit gewölbten Zehen. Die Hinterhand gibt den Eindruck von Kraft und Wendigkeit bei gutem Schub.
Oberschenkel: Sehr stark, lang, muskulös und fest. Der Oberschenkelknochen hat eine optimale Senkrechtstellung (zum Boden). Von hinten gesehen, sieht man auf den ersten Blick die sehr gut ausgebildete Muskulatur; die Länge des langen, flachen und starken Oberschenkels beträgt ¾ der Länge des Unterschenkels.
Unterschenkel: Sehr lang, mit ausgeprägten, feinen Knochen; muskulös im oberen Teil und weniger muskulös im unteren Teil mit klar sichtbaren Venen und Sehnen.
Sprunggelenk: Sehr ausgeprägt mit gut und sichtbar stark ausgebildeter Achilles-Sehne.
Hintermittelfuss: Dünn, kurz und senkrecht zum Boden.
Hinterpfoten: Hasenpfoten, genau so geformt wie die Vorderpfoten.
Winkel: Hüfte zu Oberschenkel 110 Grad. Oberschenkel zu Schienbein 130 Grad. Sprunggelenkwinkel grösser als 140 Grad.

GANGWERK: Der typische Gang ist naturgemäss der Galopp. Der Trab ist sehr lang, nahe über dem Boden, elastisch und energisch. Ohne Tendenz zum Passgang und zu seitlicher Verschiebung.
HAUT: Straff am Körper in allen Bereichen, widerstandsfähig und beweglich, rosafarben. Die Schleimhäute sollen dunkel sein.

HAARKLEID
HAAR: Dicht, sehr fein, kurz, glatt; verteilt über den ganzen Körper bis zu den Zehenzwischenräumen. Im hinteren Bereich der Oberschenkel etwas länger. Die Varietät mit halblangem Rauhhaar zeigt eine unterschiedliche Rauhheit und Länge der Haare; obwohl die Haare immer gleichmässig über den ganzen Körper verteilt sind, bilden sich ein Oberlippen- und Backenbart, buschige Augenbrauen und ein Haarschopf.
FARBE: Alle Farben sind zulässig. Die typischen Farben sind in der Reihenfolge ihrer Bevorzugung:
Falbfarben und mehr oder weniger dunkel gestromt, gut pigmentiert.
Schwarz. Schwarz gefleckt, hell oder dunkel. Dunkel falbfarben. Zimtfarben. Gelb. Rot. Weiss. Gescheckt.

GRÖSSE:
Widerristhöhe: Rüden: 62 bis 70 cm. Hündinnen: 60 bis 68 cm.
Abweichungen von 2 cm nach oben sind bei Hunden von ausgezeichneten Proportionen zugelassen.

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

LEICHTE FEHLER:
Kopf etwas breit oder wenig gemeisselt.
Fang zu spitz zulaufend, von der Seite gesehen Oberlinie des Fangs gerade.
Scheitelknochen zu stark betont.
Fehlen irgendeines Prämolaren.
Zangengebiss.
Etwas kurze Rute, die nur knapp über das Sprunggelenk hinaus reicht.
Narben, Wunden und Schürfungen, welche auf die Jagd zurückzuführen sind.

SCHWERE FEHLER:
Mächtiger Kopf.
Übertrieben breiter Schädel mit spitz zulaufendem Fang.
Stop stark betont.
Obere Begrenzungslinien von Fang und Schädel parallel.
Dicke Lefzen, ausgesprochene Wamme.
Mässiger Rückbiss.
Nicht unfallbedingtes Fehlen von Eckzähnen.
Helle, runde Augen, vorstehend oder vorragend.
Entropium, Ektropium.
Kurze, kleine Ohren, Stehohren.
Hals rund, kurz.
Sattelrücken.
Höhe an der Lende niedriger als am Widerrist.
Kruppe kurz, rund, zu wenig schräg.
Thoraxumfang zu klein.
Fassförmig gerundete Rippen.
Kurze Flanken.
Gerundete, stark vorstehende und zu wenig langgezogene Muskulatur.
Unkorrekter Stand, Zehen nicht eng aneinander liegend, Kuhhessigkeit.
Schwache Ballen.
Rute bzw. Ohren amputiert.
Äussere Umrisslinien grob, schwerfällig, ungelenk.
Unausgeglichener Charakter.

AUSSCHLIESSENDE FEHLER:
Mangel an Typ. Spaltnase. Starker Rückbiss oder Vorbiss. Oberlinie sehr breit, flach und gerade.
Brust viel tiefer reichend als bis zu den Ellenbogen.
Irgendein typisches Merkmal, das auf eine rassenfremde Einkreuzung hinweist oder eine solche beweist.
Albinismus.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
N.B. Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

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